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Presse
Neue Braunschweiger, 25. Oktober 1999
In „Bluthochzeit“ Liebe zum Flamenco entdeckt
Flamenco-Tänzerin Alya Al-Kanani hatte bereits im zarten Alter von vier Jahren Ballettunterricht. Vom 15. Lebensjahr wurde sie von der ehemaligen Braunschweiger Primaballerina Gesine Poussins, die ihr Talent erkannt hatte, besonders gefördert. Bei einem eher zufälligen Debüt als Flamenco-Tänzerin n Garcia Lorcas „Blutochzeit“ entdecke die vielseitige Tänzerin ihre Liebe zum Flamenco und ließ sich auf eigene Kosten in Madrid unter anderem von dem international renommierten Flamenco-Tänzer Tomàs de Madrid ausbilden. Zusammen mit ihrem Lehrmeister, in Flamencokreisen auch „Fred Astaire des Flamenco“ genannt, und einer fünfköpfigen Gruppe, bestehend aus einer Sängerin, einem Sänger und drei Gitarristen, trat Al-Kanani am Freitag in der ausverkauften Brunsviga auf.
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Wohlüberlegte Dramaturgie
Die Dramaturgie eines Flamencokonzertes, dieser Sinfonie aus Tanz, Gesang und Gitarrenspiel, will wohlüberlegt sein. Zumal sich die kräftezehrenden, rhythmisch, strukturierten Stakkatowirbel der Füße, das Hauptelement des Flamenco, als Effekt bald abnutzen würden.
Daher begannen die Flamencokünstler das konzert mit einem verträumten Gitarrenpräludium und einem schwermütigen Lied der Sängerin, bevor der gertenschlanke männliche Tòmas de Madrid das Publikum mit trommelartigen Crescendo-Wirbeln zu einem ersten enthusiastischen Beifallssturm hinriss. Kraftvoll und expressiv schleuderte der Sänger im Flamenco-„Blues“ seinen Gram hinaus, dann zeigte der weibliche Star des Abends, die Meisterschülerin Alya Al-kanani, in anmutiger Pose mit rasanten Accelerando-Wirbeln, was sie in Madrid an Authensität und akrobatischer Fußarbeit gelernt hat.
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Lebensfroher Gesang
Eine Mischung aus umdüstertem, aber auch mal lebensfrohen Gesang und Instrumentalmusik bestimmte auch die Hälfte des atmosphärisch dichten Konzertes. Mit der Leichtigkeit des Scheins eines Könners, „trommelte“ der konditionsstarke de Madrid seine spanischen Steppmuster, und die Stimmung hätte in einem Madrider Tablao nicht besser sein können, um seiner Schülerin die Bühne für ornamentale Drehungen und energische Pirouetten bei brillanter Fußarbeit zu überlassen.
Eine sicher seltene Variante war der rhythmisch komplexe Solotanz von de Madrid, der mit einem Spazierstock das Schlagmuster der Füße erweiterte. Zum Abschluss traten beide Künstler im Pas de Deux auf, das Publikum verlangte eine Zugabe.
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